Osterferien Online

Auf dieser Seite berichten wir alle zwei Tage während der Osterferien von vor Ort: Was passiert auf Hof Grafel?

Wir nehmen Euch mit auf einen online Ausflug ab in den Urlaub - als Inspiration für Reisen im Kopf und Herzen und als Anregung, um anschließend zu Hause Grafel Geschichten mit der Familine zu teilen - von Merlin, Lui und langen Abenden am Feuer im Tipi.

Wir wünschen Euch viel Freude dabei!
Liebe Grüße von allen Grafeler*innen
 

Grafel Report 12 - Auf Wiedersehen! Die Online Osterferien gehen zu Ende

Fotos rund um Grafel

Ihr Lieben,

heute hat mich die Nachricht von einem Gäste- und Wildniskind erreicht, dass die Online Osterferien sie richtig glücklich gemacht haben. Wie schön! Euch allen nochmal herzlichen Dank für die Nachrichten, Spenden, Pakete und Erntehelfangebote  - das bedeutet uns sehr viel.

Infos von Petra zum aktuellen Stand (Gästebetrieb öffnen/ja/nein) findet ihr unter Aktuelles u. Termine. 

Wir möchten die Online Osterferien mit einem Blick auf die faszinierende und immer wieder wunderschöne, wilde Natur rund um Grafel ausklingen lassen. Danke an Jörg für all diese tollen Bilder! Von hier können die Gedanken an weitere Orte ziehen, an denen sich Ringelnattern, Schwarzkehlchen und Hermelinwiesel wohl fühlen.

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben:
Entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder.
Ich glaube an Letzteres.
*Albert Einstein*

All das Schöne da draußen lässt uns Grafeler*innen Dankbarkeit fühlen und gibt uns Kraft und erinnert uns daran, dass es uns alle braucht, um für seinen Erhalt und den Artenschutz einzustehen.

Vieles ist zurzeit nicht möglich, so auch die Durchführung des Global Strike Day am 24.04., Großdemonstrationen weltweit, um den Klimawandel zu stoppen. Die Demo findet nun - ganz ungewohnt - in Form von Plakaten am Balkon und vor der Haustür sowie online statt. Hier mehr dazu: bei Fridays for Future und bei Campact

Neben all dem Leid, dass die Pandemie besonders in Krisengebieten mit sich zieht, gibt sie der Natur einen kleinen Moment Zeit zum Durchatmen. Und sie gibt uns eine Idee, in was für eine Richtung die Maßnahmen gehen könnten, die es bräuchte, um den Klimawandel und das Artensterben zu stoppen. Gepaart müssten diese noch werden mit einer ordentlichen Ladung sozialer Gerechtigkeit.   

Die Corona Pandemie trifft viele und macht keinen Unterschied zwischen schwarz oder weiß und reich oder arm. Doch sie trifft wohl die Menschen am härtesten, die gesellschaftlich am wenigsten privilegiert sind – mit der geringsten Gesundheitsversorgung, mit den unsichersten Lebensumständen  ….

Wir leben in herausfordernden Zeiten und wir hoffen aktiv, dass wir alle zusammen was Gutes draus machen!

Wie geht es nun weiter?

Global – keine Ahnung. Wie gern wir auch im Großen die richtigen Hebel für gute Veränderungen betätigen würden, so wissen wir nicht, wie wir an sie ran kommen.

So beginnen wir da, wo wir konkret tätig werden können – in Netzwerken mit anderen, hier in der Gegend und vor Ort – auf Hof Grafel.

Was würde wohl mein Großvater zu alle dem sagen. Er schreibt in der Grafeler Hofchronik, dass uns die lange Geschichte unserer Vorfahren hier am Hof in schweren Zeiten ermutigen, anspornen und zum besinnlichen Nachdenken anregen möge. Das tut sie – und dafür bin ich sehr dankbar.

Mit einem Wunsch für jede*n von euch schicke ich liebe Grüße und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen,  Kathrin

„Dass Erde und Himmel dir blü-hü-hü-hen,
das Freude sei größer als Mü-hü-hü-hen,
dass Zeit auch für Wunder, für Wunder dir bleibt,
und Frieden für alle Zeit.“

Vorankündigung - Silvester

Dieses Jahr erwartet euch etwas Besonderes an Silvester auf Hof Grafel.

Fünf Tage wollen wir in lebendiger Gemeinschaft das alte Jahr verabschieden und das neue begrüßen – mit Tierbegegnungen, Naturzeit, Yoga, leckerem, veganem Essen, Lagerfeuer, einem Spieleabend, und einer langen Silvesternacht. Wir öffnen vom 29.12.2020-03.01.2021 und freuen uns auf euch! Weitere Infos stellen wir in den nächsten Wochen auf die Homepage.

Fotos rund um Grafel

 

 ***********************************************************

Grafel Report 11 - Die Tiere und Pflanzen geben uns Rhythmus

Liebe Gäste,

die Osterferien neigen sich dem Ende zu und wir haben gespannt gewartet, wie die Entscheidung ausfallen wird: Können wir wieder öffenen oder nicht? Gestern haben Bund und Länder nun die Maßnahmen bezüglich der Corona-Pandamie angepasst und verlägert. Somit dürfen wir nach diesem Beschluss bis mindestens zum 03.05.2020 keine Gäste empfangen und bekochen. Wie es danach weitergeht ist ungewiss.

Wir bedauern, dass wir euch, die in dieser Zeit nach Grafel kommen wollten, nicht hier willkommen heißen können. Zu denen, die nicht kommen können, zählt auch die 1. Mai-Gruppe. (Sie haben das Lied am Ende der Osterhaseneilmeldung gesungen.) Nach 26 Jahren mit euch starten wir dieses Jahr ohne euch in den Mai - wie schade!

Wir hier in Grafel überlegen nun, wie wir diese Zeit nutzen können - vielleicht um den Gemüseanbau auszuweiten; oder um den Hofladen mit besonderen, selbstverarbeiteten Produkten zu bestücken; oder um das Hofkonzept weiter auszuarbeiten; oder um die neu Stallanlage umzubauen oder oder oder. 

Esel, Schafe und Lui

Und neben all dem was anders ist, ist bei uns auf dem Hof auch einges wie immer: Die Tiere brauchen uns und eine gute Versorgung. Den Schafen Mimi und Morla geht es gut. Ihre Wolle ist schon wieder so dick, dass sie gerne im Schatten liegen. Aber bis die Wolle runter kommt, dauert es noch etwas. Wall-E und Paulchen sind trotz ihres hohen Alters immer noch erstaunlich fit und gut durch den Winter gekommen. Heute geht es auf eine neue Weide - alle sind schon ganz scharf auf frisches Gras.

Lui ist alt geworden, und das merken wir auch. Er hat nun Freigang und darf tagsüber aus der Weide raus. So kann er nach Herzenslust leckere Kräuter und Gras fressen. Anfangs war er sehr skeptisch als wir das Tor öffneten und ihn heraus baten, nachdem wir ihn viele Jahre best möglich versucht haben in der Weide zu behalten. Nun haben wir einen Vertrauensschub von ihm bekommen. Wenn Lui jetzt seeeehr langsam seine Runden auf dem Hof dreht, kommt er immer wieder bei uns vorbei und lässt sich streicheln und sucht Kontakt.

Den Eseln geht es gut. Für Luna und Janosch finden wir nun endlich mehr Zeit, sodass wir kleine Übungen machen, um mehr Vertrauen aufzubauen. Die Skepsis, die Luna bei ihrem Vorbesitzer den Menschen gegenüber entwickelt hat, steckt recht tief drin. Schön zu sehen, wie sich das ändert.  

Am Sonntag gehen die regulären Osterferien und auch unsere Online-Osterferien zu Ende. Und Corona geht weiter. Wir wünschen uns Wege zu finden, trotz der Isolation mit anderen Menschen wie euch in Verbindung zu bleiben und denken darüber nach, wie das gehen kann. Wir sind dankbar für die schöne Natur um Grafel und die vielen Vögel, die uns immer wieder an das lebendige Leben um uns herum erinneren und uns Verbindung spüren lassen - mit der natürlichen Welt. 

Wann könnt ihr in dieser Zeit Verbindung spüren?

Was erfüllt euch und nährt euch trotz Kontakteinschränkungen?

Was kann die Natur da für eine Rolle spielen?

Und immer wieder denken wir darüber nach, was für und wie wir Dinge tun können, um dazu beizutragen in dieser Krise den Boden für eine zukunftsfähige Gesellschaft und ein erfüllendes, gerechtes und lebenswertes Miteinander zu bereiten. Wir fangen mit dem Gemüse an, und bereiten den Boden, damit viele gesund statt werden.
 
Viele Liebe Grüße, Sonne aus Grafel und Frühlingswind zu euch,
Kathrin

***********************************************************

Grafel Report 10 - Mit Liebe kochen ist Nahrung für die Seele

Grafel um 18:30 Uhr: Die Glocke läutet und ruft alle Hungrigen zu Tisch. Essensduft strömt durch die Fenster und Türen nach draußen und auf die Diele, letzte Handgriffe werden noch getan und dann kommt der große Suppentopf auf den Servierwagen, mitsamt der Teller und ab geht’s in die Diele. Ich blicke in freudige Gesichter und bin froh einer so erfüllenden Tätigkeit nachgehen zu können. Das wollte ich schon als Kind: Menschen versorgen und betreuen!

Die Grafeler Küche hat Tradition und gab es schon als ich vor 37 Jahren hier mein zu Hause gefunden habe. Viel hat sich seitdem geändert. Aus Vollpension wurde Halbpension und aus konventioneller Küche eine vegetarisch-vegane. Und doch war und bleibt es unsere Passion unsere Gäste nicht nur zu beherbergen, sondern auch mit Mahlzeiten zu versorgen und wer mag auch mit Kaffee und Kuchen.

Wir lieben gesunde Lebensmittel, die biologisch angebaut und fair gehandelt werden. Ich bin Wilhelm und heutzutage Martin sehr dankbar, dass unsere Küche monatelang mit frischem Gemüse und Obst, mit mehr als 30 Sorten, versorgt wird. Jetzt im April wird gesät und gepflanzt und es macht so viel Freude, die Kulturen wachsen zu sehen. Die Pflanzen haben gute Wachstumsbedingungen, denn die Gärtner*Innen arbeiten mit viel Herzblut.

Es hat oberste Priorität eigene Produkte zu verwerten und daraus leckere Speisen zu kreieren. Seit ein paar Jahren gibt es einen Wochenspeiseplan. Jahrzehntelang wussten die Gäste nur, dass es freitags Fisch, samstags Eintopf und sonntags Wildschweingulasch gibt. Alle anderen Tage waren der „Geruchsfrüherkennung“ oder Überraschung überlassen.

Ich habe sehr viele Stunden meines Lebens in der Küche verbracht: Einmal gab es neue Möbel, über 30 Azubis, viele Praktikantinnen und haufenweise glücksbringende und kreative Stunden beim Brutzeln und Backen. Nebenbei Musik ohne Ende oder Deutschlandfunk, lustige oder ernste Gespräche, das Weltgeschehen diskutiert aus „Küchensicht“, Tanz und Gesang manchmal bis Mitternacht und immer wieder Freude über Gästebesuch, Mithilfe und Rezepte inklusive. Für Stefan und Kathrin war es auch immer ein wichtiger Ort. Deshalb können sie auch heute nicht nur alles ganz fix und rationell erledigen, sondern kennen auch alle meine Lieblingssongs auswendig. Danke den beiden für all die Hilfe und für die glücklichen Stunden und die Inspiration und Diskussion, dass es da draußen eine Welt gibt, die einen Wandel braucht, den wir mitgestalten können durch unsere Art zu leben, einzukaufen, einzurichten, solidarisch zu sein. Unsere Küche wurde komplett vegetarisch und immer mehr vegan. Die Gedanken dazu, haben wir zu Euch in die Diele getragen und das hat Sinn gegeben und Spaß gemacht, weil Ihr seid, wie ihr seid: aufgeschlossen, neugierig und bereit, einfach alles auszuprobieren, was aus unserer Küche kommt. Ich wusste immer, dass ich für Euch koche, hatte Vorfreude auf jede*n Einzelne*n und das war und bleibt die größte Motivation.

Essen aus anderen Ländern mit unseren Praktikantinnen aus Russland, der Ukraine, Lettland, Brasilien, Weißrussland, Tadschikistan, Kasachstan und derzeit aus Japan haben nicht nur unsere Küche bereichert. Auch dafür bin ich froh und dankbar. Ich habe viel gelernt über andere Kulturen und einzelne Schicksale. Für eine gewisse Zeit Teil des Lebens dieser Studierenden gewesen zu sein, hat mir sehr viel bedeutet! Mit Nozomi aus Japan, die noch bis Ende Mai bei uns ist, erleben wir eine besonders schöne Zeit. Sie studiert Landwirtschaft und kocht mit mir japanisch. Einfach toll und so lecker!

Anregung

Derzeit lohnt es sich noch in der Mediathek von 3-Sat die Doku „10 Milliarden- wie werden wir alle satt“ zu schauen. Für die großen Probleme dieser Welt brauchen wir Lösungen. Einige werden aufgezeigt und machen Mut. Im September gibt es die nächste „Regio Challenge“: Eine Woche lang essen, was um die Ecke wächst und in Fahrradentfernung entstanden ist. (www.regio-challenge.de) Das war Kathrins Idee! Wir Grafeler sind also wieder dabei und hoffentlich viele andere auch! Regionale Anbauer*innen zu unterstützen, ist auch ein Lösungsansatz aus dem Film! In Solidarität mit den Kleinbauer*Innen dieser Welt, freuen wir uns über deren Lebensmittel, die es hier nicht gibt, wie Kaffee und Kakao etc. und hoffen, dass durch unsere Kaufentscheidung, Geld zu ihnen fließt und ihre Existenz sichert. „Nur Kleinbauern können die Welt ernähren“, sagt Vandana Shiva (soziale Aktivistin und Wissenschaftlerin).

Ich freue mich, dass es Euch gibt, im Norden, Süden, Westen und Osten!
Ihr seid ein Teil von Grafel und wir gehen gern mit Euch in die Zukunft!
 
Mit Küchenduft und offenen Armen,
Petra
 
 
Japanische Küche. Es gab

Am 17.4. ist der Tag des kleinbäuerlichen Widerstands. La Via Campesina, ein internationales Bündnis von Kleinbäuer*innen, Landarbeiter*innen, Fischer*innen, Landlosen und Indigenen, ruft auf sich für Kleinbäuer*innen und Ernährungssouveränität einzusetzen.

Gibt es bei euch in der Nähe Menschen, die nach ökologischen Gesichtspunkten Land bewirtschaften, z.B. in Form einer Solidarischen Landwirtschaft, oder die eine Hofladen oder Wochenmarktstand betreiben und deren selbst produzierte Lebensmittel ihr essen und die ihr unterstützen könnt? Wo kommen die Produkte her, die ihr esst? Diese Frage stellen wir uns immer wieder und forschen bei Produkten nach und bemühen uns das zu kaufen, was unter menschen- und mitweltwürdigen Bedingungen produziert wurde.

Anregung

Viele von euch haben Petra gefragt, wie sie bloß ihren veganen Schokopudding zaubert. Sie hat ein eigenes Rezept kreiert, das sie gerne mit euch teilt. Da fängt die Recherche und Suche nach fairem Kakao schon an :) Wer das Rezept zugeschickt bekommen möchte, der*die schickt uns einfach eine Mail an seminare (at) hof-grafel.de  

*********************************************************** 

 

Grafel Report 9 - Danke für unser Online Treffen!

Hallo ihr Lieben,

nach unserem Online-Call waren wir Grafeler*innen gestern richtig froh! Trotz des Nichtzusammensein-Könnens mit euch in echt haben wir eure Gesichter gesehen, so schöne Wortbeiträge von euch gehört und über diese weiten, digitalen Wege Verbindung spüren können. Wir sind dankbar euch da draußen zu wissen und sagen euch danke für das erfüllende Online Treffen! Leider reichte die Zeit nicht, um jede*n von euch zu hören - das hätten wir gerne.

Für das Online Treffen haben wir ein kleines Video zusammen geschnitten: Ein Grafeltag im April. Hier für euch alle. Viel Freude beim Schauen.

Liebe Grüße aus Grafel

 

***********************************************************

 

Grafel Report 8 - Eilmeldung aus der Osterhasen-Notfallzentrale

Liebe Gäste,

dieses Jahr droht Ostern auszufallen!
Bitte hört euch folgende Eilmeldung aus der Osterhasen-Notfallzentrale an.

 

Uns kommen immer neue Ideen, was wir alles von Hof Grafel berichten und vor allem wie wir in dieser Zeit der Isolation zusammen kommen können. Nach den Anfängnen des Videoschnitts wagen wir uns nun noch weiter vor:

Und wir möchten euch alle herzlich zu einem Video Grafeler Zoom-Call einladen.

Online Grafel Treffen: Ostermontag, 13.04., 11 Uhr, ca. 40 min

Wir berichten euch Aktuelles von Hof Grafel, beantworten eure Fragen, falls ihr zum Beispiel wissen möchtet wie es Lui geht oder ob die Tomaten schon gepflanzt sind oder oder und haben die Gitarre dabei.

Wer mitmachen möchte, schickt einfach eine Mail an     seminare (at) hof-grafel.de
dann schicken wir euch die Zugangdaten und das Passwort zu.

Wir freuen uns auf euch und sind gespannt, wie sich ein Online Zusammen kommen anfühlt.

Frohe Ostern euch und viele liebe Grüße von Hof Grafel!

***********************************************************

 

Grafel Report 7 - Flackerndes Feuer

Ihr Lieben,

in diesen Osterferien können wir nicht zusammen am Feuer sitzen, Stockbrot backen und mit Gitarre und Gesang den Frühling begrüßen. So saßen wir in kleiner Grafeler*innen-Runde gestern draußen zusammen und haben unser Abendessen über den Flammen gekocht. Der Mond war groß, der Abend mild und die Vögel haben uns ein schönes Abendkonzert gegeben.

"Flackerndes Feuer, Zelte die träumen,
ruhloser Nachtwind fern in den Bäumen,
schür die Glut lass das Feuer nicht vergehen.
Nächstes Jahr erst werden wir ein neues sehen."
Viele, liebe Grüße,
Kathrin
 
***********************************************************
 

Grafel Report 6 - Tiefen Durchatmen im Alltag und den Körper wieder spüren - mit Yoga

Sonnenuntergang über den Grafeler Hecken - Danke an Jörg

„Wenn wir wirklich lebendig sind, ist alles, was wir tun oder spüren, ein Wunder.
Achtsamkeit zu üben bedeutet, zum Leben im gegenwärtigen Augenblick zurückzukehren.“
Thich Nhat Hanh

Aufgrund der aktuellen Lage ist es leicht sich in Grübeleien und Sorgen zu verlieren. Wir laden euch deshalb ein die nächsten rund zehn Minuten mit uns zu nutzen, um Körper und Atem bewusst zu spüren, uns zu erden und daraus Kraft für den Alltag mit all seinen großen und kleinen Herausforderungen zu schöpfen.

Ihr seid herzlich eingeladen mit uns zusammen einen kurze Yogasequenz zu machen.

Für euch experimentieren wir nun zum aller ersten Mal mit Videoaufnahmen und stellen diese online. So existiert ab heute ein Hof Grafel-Youtube Kanal. Extra für die Online Osterferien und euch.

Viel Spaß, eure Grafeler*innen

 

***********************************************************

 

Grafel Report 5 - Abschied von Lizzy

Liebe Gäste, liebe >Lizzy-Fans<, 

 

eben noch war die Freude groß, dass Lizzy lebt. Nur zwei Tage danach ist sie ihrer lieben Freundin, Montana, in den Pferdehimmel gefolgt. Der Abschied von ihrer geliebten Peanuts ist ihr schwer gefallen. Der Schmerz und die Trauer sind riesig. Aber die Dankbarkeit, dass sie uns so lange eine so gute Freundin war und wir in den letzten Stunden bei ihr sein durften, noch viel größer.

 

Liebe Lizzy, wir danken dir für dein wundervolles Wesen. Für deine sanftmütige Art, wenn du uns mit deinen weichen Nüstern berührt hast, ....für dein Vertrauen, wenn du uns freilaufend im Wald gefolgt bist, ...für deine Sturheit, wodurch wir gelernt haben, uns im Leben zu positionieren, ...für deine bedingungslose Liebe und für deine Dankbarkeit, wenn wir dich wieder einmal bis zum Abwinken gekrault haben. Du wirst immer ein Teil unseres Herzens bleiben. 

 

Liebe Mama, ich bin dir so unendlich dankbar, dass du Lizzy ein so wundervolles Leben ermöglicht hast. Ich wusste sie bei dir immer in guten, gesunden und heilenden Händen. Du hast stets gewusst, was am besten zu tun ist und hattest immer wieder die kreativsten und neusten Ideen, wie wir Lizzy ein perfektes Seniorenleben ermöglichen können. Nur dein Traum mit den Prothesen für ihre Beine oder einem Rollstuhl für Pferde war wohl eine Nummer zu groß für uns. Was du in den letzten Jahren geleistet hast ist unglaublich. Ich Danke Dir von Herzen. Lizzy hätte es bei Dir und auf Hof Grafel nicht besser haben können. 

 

Liebe Kathrin, auch dir möchte ich Danke sagen, dass du uns in dieser schwierigen und dennoch schönen Zeit begleitet und unterstützt hast. Du findest immer die richtigen Worte und begegnest Menschen und Tieren auf einer Ebene, die einzigartig ist. Wie schön, dass es Dich gibt. Wie schön, dass es Hof Grafel gibt. Wie schön, dass Lizzy ein Teil Eures besonderen Hofes sein durfte. 

 

In dankbarer Liebe und mit den besten Wünschen für Eure Gesundheit,

 

Kristina

(Tochter von Gisela und Besitzerin von Lizzy)

 

 

***********************************************************

 

Grafel Report 4 - Von Bäumen und gefiederten Freund*innen

Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren. Der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt!“
chinesisches Sprichwort

Vor vielen Jahren pflanzte mein Großvater einen Wald. Heute sind einige Bäume schon so hoch, dass es rauscht, wenn der Wind durch die Zweige pfeift. Einige Bäume sind so hoch, dass der Graureiher, der gerne oben in einer alten Fichte sitzt und Gewölle herunter spuckt, seinen Blick weit über das Land richten kann. Einige Bäume sind so hoch, dass leicht in Vergessenheit gerät, dass die Fläche einst eine ganz gewöhnliche Wiese zur Heugewinnung war.

Ein Ökosystem ist entstanden, in dem Tiere leben und in der landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten, verödenden Umgebung einen Lebensraum finden. Mein Großvater hat uns viel hinterlassen – auch einen Wald.

Das Wissen über gesunde Ökosysteme und die Natur geht immer weiter verloren. Vielleicht merken wir nicht einmal, wenn eine Vogelart bei uns ausstirbt.

Wie wertvoll und wichtig da, dass es Menschen gibt, die gut verwurzelt sind und den Wald wie ihr Wohnzimmer kennen. Die wissen wo in der Umgebung die Goldammer brütet und wo die blauen Frösche laichen und wo die Wildschweine frühstücken. Die die Lieblingsplätze von Weißdorn und Erlen kennen sowie ein Bild vor ihrem inneren Auge von einem gesunden Wald sehen.

Mein Onkel Jörg ist so ein Mensch. Er mag wohl derjenige sein, der die Grafeler Wälder und Wiesen und Seen am aller besten kennt – vielleicht abgesehen von den Tieren – und dem Veränderungen auffallen, weil er schon sein Leben lang durch die Landschaft streift und beobachtet, der Arten vermisst, der sie überhaupt vermissen kann, weil er sie kennt, und der sich freut, wenn die Bachstelze von ihrem Vogelzug zurück kommt.  

Was für ein Glück von so jemandem lernen zu können!

Zusammen haben wir in diesen Tagen Bäume gepflanzt, über 60 Stück – Rotbuchen, Hainbuchen und Eiben. Um dem Wald, den mein Großvater anlegte, zu einem möglichst angepassten, natürlichen und stabilen Zustand zu verhelfen. Unser Wunsch ist, dass er einen immer natürlicheren Charakter entwickelt – mit alten Bäumen, Tieren und mit guten Nistmöglichkeiten für Vögel und mit umgestürzten Bäumen für die Pilze.

Jörg, Wilhelm und mein Großvater haben schon viele Bäume gepflanzt und wachsen sehen. Es ist eine Arbeit für die Natur, für die Zukunft und die nächsten Generationen. Eiben können über 1000 Jahre alt werden. Ich freue mich, dass ich mit dazu beitragen kann.

Anregung: Hier eine berührende, animierte Geschichte, die wir euch empfehlen möchten:
„Der Mann, der Bäume pflanzte“ von Jean Giono.
 
Danke an Jörg für diese schönen Bilder

Vögel

In der Vogelwelt ist in diesen Wochen viel los. Einige sind schon von ihrer langen Reise zurückgekehrt, wie die Singdrossel. Unglaublich wie diese kleinen Geschöpfe so weite Stecken schaffen zurückzulegen. Auf andere wie die Rauchschwalbe, die sich von Regionen südlich der Sahara auf den Weg zu uns bis in den Stall macht, und den Kuckuck, müssen wir noch etwas warten.

Die Vögel singen, balzen und suchen sich Nistplätze. Bei uns auf dem Hof in dem Schleiereulenkasten sind zwei Turmfalken eingezogen. Wie schön! Jeden Tag sehen wir sie fliegen und hören ihre Rufe.

Anregung: Wer Lust hat mehr über die spannende Welt der Vögel zu erfahren, dem/der empfehlen wir Pauls Vogel Podcast. Vögeln zu zu hören und sie zu beobachten geht auch sehr gut in der Stadt und auch vom geöffneten Fenster. Paul kenne ich persönlich. Er ist noch so ein wertvoller Naturkenner und leitet die Wildnisschule Hoher Fläming.

Zum Beispiel: „Hit the first bird“. Stehe vor dem ersten Vogel auf und lausche, wer als erstes singt. Hier ging es um 5.07 Uhr los. Wann geht es bei euch los? Und wie klingt der erste Gesang?

Vogelpodcast mit Paul

Viel Freude dabei und liebe Grüße aus Grafel,
Kathrin

***********************************************************

 

Grafel Report 3 - Der Gemüsegarten erwacht aus dem Winterschlaf

Morgens nach einer frostigen Nacht schlüpfe ich in meine gut isolierten Gummistiefel und zieh mich warm an. Wenn ich dann auf die Gemüsebeete blicke, kommt mir der richtige Start für die Gemüsesaison noch weit weg vor. Alles ist mit Raureif bedeckt und scheint  zu schlafen. Wir  warten sehnlichst bis die Sonne hervorkommt, damit die warmen Strahlen uns wärmen. Nun sehen wir auch einige Hummeln, die ersten Schmetterlinge und Käfer.

Gepflanzt haben Nozomi, Stefan und ich aber trotzdem schon einiges. An den Rändern der Folientunnel wachsen Salate, Kohlrabi, Spitzkohl und Stangensellerie und sind gegen die Kälte mit einem Vlies abgedeckt. Anfangs wirkten die kleinen Jungpflanzen etwas verloren, aber nun stehen sie gesund da und gedeihen immer mehr. Wir hoffen, dass wir  in 3 Wochen die ersten Salate und in 5 Wochen die ersten Kohlrabi ernten können.

Es fühlt sich sehr gut an, einer so sinnvollen Arbeit wie das Anbauen von Lebensmitteln nachzugehen. Die Freude darüber, wenn wir sie dann essen können, oder sie an andere Menschen weitergeben, ist groß bei mir.

Gerade jetzt Ende März und April ist die Zeit, in der wir am wenigsten eigenes Gemüse haben. So genießen wir momentan noch die letzten Kartoffeln, Möhren, Pastinaken, Kohlrabi und Kürbisse aus unserem Lager, gepaart mit den Lauchpflanzen und einigen Salaten, welche noch vom Herbst auf unseren Beeten stehen. Es ist Phantasie gefragt, um aus diesem Wintergemüse immer wieder in den verschiedensten Varianten leckere Mahlzeiten zu kochen.

Nach Ostern geht es dann endlich richtig los. Die Folientunnel werden für die Tomaten, Paprika und Gurken vorbereitet und dann werden wir Ende April auch die Beete voll pflanzen.

Bis dahin sind dann hoffentlich alle Bodenlebewesen wieder aus dem Winterschlaf erwacht und verdauen unseren Kompost zu wichtigen Nährstoffen für die Pflanzen.

Euer Martin

****

Anregung

Ein Tipp von mir, falls Ihr gerade auch dabei seid Eure Beete anzulegen. Gebt auf die Beete, wenn Ihr habt Kompost, damit die Bodenlebewesen was zu essen haben und lockert die Erde dann gut. Durch das Lockern, erwärmt sich diese auch wieder schneller. Das aktiviert die Bodenlebewesen. Lasst die Beete dann wieder in Ruhe und kurz vor der Pflanzung oder Aussaat bearbeitet Ihr nochmal die Beete ganz flach, damit die „Unkräuter“ nochmal gestört werden.

Wenn Ihr keinen Garten mit Beeten habt könnt Ihr auch in Euren Blumenkästen zum Beispiel auf dem Balkon verschiedenes Gemüse anbauen. Salate, Spinat, Radieschen, Kohlrabi, oder später auch Tomaten und Gurken, werden alle auch dort prima wachsen.

Wenn Ihr sonst noch Fragen zum Gemüseanbau habt schreibt mir gerne. Mail an: landwirtschaft (at) hof-grafel.de

***********************************************************

 

Grafel Report 2 - Die lieben Pferde

Ein starker Wind wirbelt Schneeflocken durch die Luft – die ersten in diesem Jahr. Der Februar war ungewöhnlich warm und nun, Ende März, kommt die Kälte mit Schwung aus Osten. Wie gut, dass sich das Klima und die Natur im Moment mit eingeschränktem Konsum und (Flug-)verkehr etwas erholen können.

Ich laufe zur Winterweide und pfeife laut. Da höre ich es dumpf auf den Boden klopfen und hui- Merlin, Moritz, Haldir, Mingo und Dirk sausen um die Ecke. Es gibt Heu, das neben dem wenigen Gras auf der Weide sehr gern gefressen wird. Dirk, dem schon die Hälfte seiner Zähne fehlen, bekommt jeden Tag eine weiche Portion Heucorbs dazu. Für ihn war der sanfte Winter eine Erleichterung – es gab lange altes Gras auf der Weide, das er ohne Probleme fressen konnte.

Den Pferden geht es gut! Es ist sehr spannende zu beobachten, wie sich die Ordnung in der Herde über all die Monate immer wieder verändert. Seit Juli sind die fünf nun in dieser Konstellation zusammen und es ist noch unklar, wer wann ans Futter darf. Bisher ist nur eins sicher: Mingo muss weggehen, immer und egal bei wem.

In der letzten Woche als die Sonne schien, habe ich einige Zeit in der Herde und mit Haldir verbracht. Es macht viel Freude zu sehen, wie schnell er versteht und lernt und wie neugierig er ist. Ich bemühe mich, einen Weg zu gehen der ihm die Freude am Zusammensein erhält. So kombiniere ich nun die Tellington Methode mit Elementen der Freiarbeit und kleinen zirzensischen Lektionen, mit Entdecker*innenlust und mit der Verbindungskultur. Eine spannende Mischung! Neben Klarheit und Herzlichkeit, die es in einer verbindenden Beziehung mit Tieren braucht, erlebe ich gerade auch, wie gut es ist Zeit zu haben. Die Tiere merken das sofort. Zeit zu haben um wirklich da zu sein und mich auf das Zusammensein mit, in meinem Fall, Haldir einzulassen. So ist es wahrscheinlich mit jeder Beziehung – sie verändert sich und gewinnt an Tiefe und Bedeutung, wenn wir uns wirklich in sie hineingeben können.

Vielleicht lebt ihr mit einem Tier zu Hause zusammen, es gehen auch Vögel im Garten, denen ihr wirklich zuhören und mit dem ihr bedeutungsvolle Zeit verbringen könnt. Falls nicht – das geht auch mit Menschen.

Viel Freude dabei und viele, liebe Grüße von mir und den Pferden,

Kathrin

„Zwei Freund*innen müssen sich im Herzen ähneln,
in allem anderen können sie grundverschieden sein.“
 
Verbundenheit - Diese Bilder sind in den letzten Jahren bei uns am Hof entstanden.

Anregung

1. Schöne Berührungen, die entspannen
Unsere Pferde entspannen sich gerne beim TTouchen/Massage. An welche TTouches könnt ihr euch noch erinnern?  Schöne Kreisrunde TToches oder auch das „Lecken der Kuhzunge“ könnt ihr gegenseitig aneinander am Rücken üben oder auch das Haareausstreichen. Wann fühlen sich diese Berührungen schön an? Unsere Pferde freuen sich, wenn ihr wieder kommt, oder auch eure Tiere zu Hause, über geübte Hände.
 
2. Führübungen  - unsichtbares Leiten üben
Pferde kommunizieren untereinander über eine feine Körpersprache. Wir wünschen uns, dass die Pferde auch mit uns „sprechen“ und uns verstehen. Das kann klappen, wenn wir Körpersprache lernen. Schnappt euch eine andere Person und ein Springseil und bindet es einem/einer von euch  um die Hände. Ohne Worte kann nun die führende Person die andere leiten. So fein wie möglich. Tauscht euch anschließend aus, wann eure Körpersprache verständlich war und wann nicht.

Paartanz und das Führen und Folgen üben, wie beim Tango Argentino oder Lindy Hop, ist dafür auch eine gute Sachen und macht sehr viel Spaß.

3. Malen
Vertrauensvolle und verbundene Momente, die ich in meinem Leben mit Tieren erlebt habe, sind für mich besonders schöne Erinnerungen. Hast du auch schon mal so etwas erlebt? Ein Tier, das dir vertraut hat? Oder ein Tier, dem du vertraut hast?

Wer hat Lust so einen Moment aus dem eigenen Leben aufzumalen? Das Bild kann euch dann helfen an diesen schönen Moment zu denken. Ich freue mich, wenn ihr das Bild abzufotografiert und mir per Mail zu schickt!

Mail an:  kathrin (at) hof-grafel.de

Und falls die Pferdesehsucht zu groß ist – Ostwind 1 ist ein schöner Film. Aber Vorsicht, nach dem Schauen wird die Sehnsucht vielleicht noch größer :)

 

Lizzy, Peanuts und Gisela

 

Gisela ist nun schon so viele Jahre bei uns auf dem Hof und immer waren Menschen bei ihr zum therapeutischen Reiten, denen sie auf berührende und erfrischende Art in schweren Zeiten geholfen hat. Zurzeit darf sie auf Grund von Corona leider keine Stunden anbieten. Nun sehe ich sie selbst öfter auf Peanuts Richtung Wald reiten – wie schön!

Gisela hat mir diese schönen Bilder für euch gegeben. Sie lässt euch herzlich grüßen und folgendes ausrichten: „Peanuts ist piepsvergnügt und ihre Wunde ist super verheilt. Dank Honig vom Hof in bester Qualität, Seifenlauge, DMSO, Regulat und viele Streicheleinheiten und Liebe. Lizzy lebt noch und darf frei auf Ritten mit gehen ohne geführt zu werden.“

 

***********************************************************

 

Grafel Report 1 - Wir am Hof

„Fahr, mein Kind, zum Vogelfelsen, dorthin, wo die Möwen sind.
Möwen bringen uns als Gaben den Traum, die Sagen.
Alle Tage lasst uns fahren dorthin, wo die Möwen sind.“

"Möwen" aus dem Grafeler Liederfundus

*****************************

Mein Großvater war ein leidenschaftlicher Geschichtensammler. Er sammelte Geschichte um Geschichte, ganz frische und neue und ganz alte, die von einer Zeit vor über 400 Jahre erzählen. „Wenn die Feder so in die Bauernfaust passen würde, wie einst Hacke, Spaten und Sense und später die Maschinen…“, schrieb er und hatte Bedenken, ob er vermitteln könne, was ihn und die Menschen in der Vergangenheit bewegte. „Ja“, denke ich mit Dankbarkeit, „das hast du geschafft, Opa, mit jedem Wort.“ All diese Geschichten führen uns zu seinem Lieblingsort - nach Hof Grafel.

Viele, viele Menschen haben in den letzten Jahrhunderten Hof Grafel in die Zukunft getragen – bis heute. Was würde mein Großvater wohl zum Jahr 2020 schreiben- das Jahr unserer Hofübergabe? Und was für eine Geschichte werden wir in einem halben Jahrhundert über diese Zeit erzählen?

Gerade stecken wir mitten drin – in einem Grafel ohne Gäste und einer Welt voller Corona.

Hier am Hof scheint die Welt da draußen weit weg zu sein. Hier am Hof geben uns die Jahreszeit, die aufgehende Sonne, die Tiere und Arbeiten im Gemüse sowie auf den Feldern den Rhythmus vor. Es ist viel zu tun, viel zu reparieren, zu pflanzen, zu füttern, zu pflegen, zu bedenken, zu besprechen und zu planen. Dazu erarbeiten wir ein Hofkonzept und eine Utopie, wo es mit uns und der Welt hoffentlich bald hin geht.

Während dieser Woche haben wir viel am Hof herum gewerkelt und freuen uns über unseren Gemüsebau und die Möglichkeit der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln. Was das für eine wichtige Arbeit ist, wird in dieser Zeit nochmal deutlich und gibt uns hoffentlich ein kleines Standbein.

Petra pflanzte Hornveilchen und regelte alles Bürokratische. Wilhelm sägte und spaltete große Eichenstämme zu neuen Weidezaunpfählen und für Kaminholz. Martin kümmerte sich um kleine Umbauten – von Lagerräumen und Dächern. Nozomi, unsere Praktikantin aus Hokkaido/Japan versorgte die Esel und packte überall mit an. Und ich verbrachte viel Zeit auf dem Trecker – zum Wiesen-Abschleppen und für die Vorbereitungen einer Pferde-Weide-Neueinsaat.

Ja, und die letzten Tage schien die Sonne. Und wir saßen draußen im Garten, hörten die Vögel singen, aßen Ofenkürbis und hörten spannende Geschichten aus Japan, zum Beispiel von Affen, die gemütlich, während Schnee fällt, in heißen Quellen baden.

Heute schneit es auch bei uns und ein starker Wind bläst. Was für ein Wetterwechsel.

Gestern hätte die diesjährige Gäste-Saison begonnen. Seit 37 Jahren begrüßt Petra – Jahr für Jahr - Ostergäste auf Hof Grafel.  Nun seid ihr zu Hause. Wir hoffen, dass es euch gut geht, egal, wo ihr gerade lebt, und dass ihr einen Weg durch diese Zeit findet. Es ist eine Zeit des Zusammenrückens –eigentlich – und der Solidarität, denn wir brauchen uns alle gegenseitig – und weil das persönlich gerade nicht möglich ist, hoffen wir auch über die Online Osterferien mit euch in Kontakt zu sein. Wir sind gespannt auf die nächsten Wochen und werden euch berichten, was am Hof vor sich geht.

Eure Kathrin

Anregung

Welche alten, alten Geschichten kennt ihr? Vielleicht habt ihr Lust sie euch beim Abendessen zu erzählen. Wo lebten eure (Ur-)Großeltern? Gab es dort Tiere? Was haben sie gearbeitet? Und was haben sie gern gemocht?